Gelesen&Gehört #1

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Was mich 2018 begeistert hat

Was ich immer schon gerne gemacht habe, schon als Kind, über die Pubertät hinweg und sogar während der stressigsten Klausurenphasen, ist lesen. Überhaupt den Kopf füllen mit Worten, Bildern, Ideen und Inspirationen, sodass auch immer etwas zum Nachgrübeln oder ablenken da ist. 

Ich hoffe sehr, dass dieses Format einigermaßen regelmäßig erscheinen kann, dass mir auch in Zukunft nicht die Lust an literarischen, fantasievollen, kreativen Input vergeht. Anfangen möchte ich, nun wo es mit dem Jahr 2018 Vergangenheit ist, mit den großen Lieben des vergangenen Jahres, wo sich eventuell auch der ein oder andere Dauerbrenner eingeschlichen hat. Für mich auch wirklich schön, um noch einmal zu rekapitulieren, was mich über Frühling, Sommer, Herbst und Winter begeistert, gefesselt, bewegt und zum Nachdenken gebracht hat. 

Beginnen möchte ich mit der für mich wichtigsten Kategorie: Bücher. Es gibt in meiner ganz persönlichen Alltagsblase einfach keinen besseren Weg abzuschalten, zu entfliehen und dabei gleichzeitig so viel zu haben, was zurückbleibt und nachklingt. Immer wieder etwas über mich selbst, die Welt oder die Gesellschaft lernen und trotzdem so gut (und manchmal auch ganz seicht) unterhalten zu werden. Neben meinen liebsten Dauerbrennern, wie Harry Potterund Das Parfum, hier meine Favoriten:

Ayn Rand – Der ewige Quell

Wenn man leichte Unterhaltung sucht, ist dieser über 900 Seiten schwere Wälzer nicht unbedingt die beste Wahl, aber wenn man sich Zeit und Muße bewusst nimmt, ist er mehr als lesenswert. Ich habe nie zuvor während des Lesens eines Buches so sehr mitgefiebert, Figuren so verachtet und mitgelitten. Nie zuvor hat mich ein Buch so sehr zum Nachdenken bewegt, mich dazu aufgefordert mich selbst zu reflektieren und unser gesamtes gesellschaftliches Konstrukt zu hinterfragen. Ich sage euch, nehmt euch die Zeit, macht euch gefasst auf Wut-Phasen, in denen ihr es wochenlang nicht anrühren wollt und Momente in denen ihr schwer schlucken müsst – es lohnt sich! Eine schwere, aber wundervolle Geschichte über Gesellschaft, Leidenschaft, Kunst und Liebe im New York des 20. Jahrhunderts. Also unbedingt irgendwoher ausleihen – das Buch wurde in Deutschland nur in einer sehr geringen Auflage gedruckt und ist super teuer und selten – und lesen. 

Dörte Hansen – Altes Land

Etwas ganz Anderes, viel Leichteres und dabei wiederrum auch gar nicht leicht, sondern mit einer traurigen Nebelwolke umhüllt, die sich aber im Laufe des Buches Stück für Stück auflöst. Die Geschichte portraitiert vor allem zwei Frauen – eine 1945 als Flüchtling aus Ostpreußen, die andere aus ihrem unglücklichen Leben in Hamburg ins Alte Land gekommen – die irgendwie beide auf der Suche nach Ankommen und Geborgenheit sind. Toll geschrieben, sehr direkt und rustikal, was dem Charakter der beiden Frauen so perfekt entspricht und an vielen Stellen so trocken lustig, wenn sie Hamburger Snob-Eltern beschreibt. Ich liebe ihre Art Geschichten zu erzählen und ihr zweiter Band Mittagsstunde liegt auch schon auf meinem Stapel. 

F. Scott Fitzgerald – Der große Gatsby

Ich muss ja gestehen, dass ich vor ein paar Jahren bereits den Film gesehen hatte und das Buch erst während meines Sommerurlaubs in meine Finger kam. Habe es dann innerhalb weniger Tage in Barcelona am Strand verschlungen und geliebt. Ein so lebendiges Bild der 20er Jahre und, gerade wenn man selber sehr gerne sehr ausschweifend feiert, wunderbar nachvollziehbar eingefangen wie man zwischen der Liebe zu Ausschweifungen (und in Gatsbys Fall Dekadenz) und Hass auf die oberflächlichen, sich selbst feiernden Partygesellschaften ständig hin und her gerissen ist. 

Claire Winter – Die geliehene Schuld

Ebenfalls eine Sommerlektüre. Ebenfalls in wenigen Tagen verschlungen. Wenn man sich für deutsche Geschichte interessiert, vor allem für die Zeit nach 1945, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Ein wirklich spannender Thriller, der sich neben einer mitreißenden Story auch mit der Frage um Schuld und Verantwortung beschäftigt. Sehr heikles Thema, aber so toll und mitfühlend, packend geschrieben, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Spielt im Nachkriegsberlin, wo eine junge Journalistin durch den Tod eines Kollegen plötzlich in einem Kampf um Wahrheit und Vertuschung landet.  

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, nur zu lesen, wenn ich mich ablenken oder unterhalten werden will. Natürlich flimmert bei mir andauernd Netflix oder ähnliches über den Bildschirm und ich habe hier mal ein paar Stücke herausgesucht, die Eindruck hinterlassen haben.

Danish Girl

Erst kurz vor Weihnachten geschaut in einer ganz spontanen Eingebung und muss zugeben, dass ich vollkommen hin und weg bin. Dass Eddy Redmayne ein fantastischer Schauspieler ist, hat er schon in diversen Filmen bewiesen, aber in Danish Girl hat er sich noch einmal in eine ganz neue Liga katapultiert. Während des Films verliert man sich regelrecht in seinem Kummer, dem Zwiespalt und der Aufopferung seiner Frau und bleibt am Ende mit diesem ganz seltsamen Gefühl zurück, dass man die komplizierten Gefühlswelten, die in diesem Film dargestellt werden, nun ein bisschen besser versteht. 

Sense8

Für mich ist es absolut unverständlich, warum Netflix diese Serie abgesetzt hat. Diese Verflechtung von einzelnen Lebensgeschichten über den ganzen Globus verteilt ist so neu und deshalb so unglaublich spannend anzuschauen. Das Konzept ist super innovativ und zum mitfühlen und –fiebern umgesetzt, an manchen Stellen vielleicht ein wenig skurril, aber absolut passend zur Story. Schaut es euch an, es sind nur zwei Staffeln und die Geschichte wird tatsächlich (Gott sei Dank!) auch komplett zu Ende erzählt. Meine Lieblingsstory ist übrigens die von Lito, Hernando und ihrer, in Mexiko nicht ganz so akzeptierten, Beziehung. 

Last but not least natürlich die Musik, die mich 2018 begleitet, erfreut, aufgefangen und sprachlos gemacht hat.

Beethovens Pathetique 

Beethoven ist sowieso einer meiner Alltimefavorites und 2018 durfte ich in den Genuss kommen mir dieses Meisterwerk vom Gewandhausorchester gespielt anzuhören. Seitdem steht es auch auf meiner Klavier-Wunschliste!

Foo Fighters – Concrete and Gold

Da ich dieses Jahr im Juni in Hamburg auf ihrem Open-Air-Konzert war, ist das Album eine Zeit lang rauf und runter gelaufen. Sie gehören hier rein, weil´s einfach fantastische Musiker sind, ein Stück Musikgeschichte und weil´s ein unvergesslicher Moment 2018 war. 

Slash – Bent to fly

Definitiv einer der besten Songs, die je geschrieben wurden. Wenn der nicht mindestens einmal in der Woche über die Kopfhörer in meine Ohren wandert, ist etwas schiefgelaufen.

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